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kleine Geburten
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Da es zu Missverständnissen bzw. Rückfragen gekommen ist:

Die Seite "kleine Geburten" gehört zu www.muschel.net und ist meine = Connis Seite, mein Projekt.   

Da auch anderen betroffenen Frauen meine Ziele am Herzen liegen, dürfen sie sich gerne beteiligen, was einige bereits tun.
Einige Beispiele:
Den Begriff "kleine Geburt" habe ich erstmals bewusst von Katrin aus dem *Muschel*-Forum gehört, der Fragebogen (s.u.) war eine Idee von SimoneLI.

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Mein Name ist Conni, ich bin mit Jörg verheiratet.

Unsere ersten drei Kinder starben 1990 in der ca. achten/neunten SSW, 1991 in der 22. SSW und 1992 in der elften SSW.

Medizinisch betrachtet sind sie "Fehlgeburten",
*Sternchen* und *Niklas* sog. "frühe Fehlgeburten" im ersten Schwangerschaftsdrittel,
Christopher (435 g, 30 cm) eine "späte Fehlgeburt".

Nach unserem dritten Verlust schmerzte mich auch der Begriff "Fehlgeburt".
Er legte nahe, dass es sich um einen "Fehler" handelte, den ich, weil dies alles in meinem Körper geschah, bei mir suchte.

Ich war froh, als unsere damalige Ärztin Christopher in einer Überweisung als "Frühgeburt" bezeichnete, obwohl dies medizinisch nicht korrekt war.
Es gab ihm mehr - Würde.

In den vergangenen Jahren hat sich in der Betreuung betroffener Eltern viel getan, vor allem, was den Abschied von später in der Schwangerschaft verlorenen Babys betrifft.

Eltern dürfen ihre toten Kinder immer öfter sehen, halten, umarmen, waschen, anziehen, fotografieren, beerdigen.

Nach und nach gibt es ein Umdenken; Babys, die schon während der Schwangerschaft oder unter der Geburt starben, werden immer häufiger "Sternenkinder" genannt.
Statt von "Totgeburten" wird zunehmend von "stillen Geburten" gesprochen - der ersehnte erste Schrei bleibt aus, die Begrüßung des Babys ist zugleich der Abschied.

Mir liegen seit vielen Jahren die ganz kleinen Sternenkinder am Herzen (ich bin seit April 1996 in der Betreuung betroffener Eltern aktiv).

Oft gibt es nichts, das die Existenz des Babys beweist,
weil der Mutterpass noch nicht ausgestellt war,
weil es noch keine Ultraschallfotos gab.

Der Schmerz bei einem frühen Abschied ist nicht geringer, als wenn die Schwangerschaft weiter fortgeschritten war.

Trauer lässt sich nicht wiegen oder berechnen.
Trauer lässt sich nicht in Schwangerschaftswochen messen.
Die Trauer ist da, auch wenn sie oft immer weniger Platz findet, je kleiner das Baby war.

Eltern müssen sich anhören, "das" wäre ja noch kein Kind gewesen.
Dabei ist - natürlich - jede Frau von Beginn der Schwangerschaft an mit einem Kind, mit einem Baby schwanger.
Womit auch sonst...?

Auch bei einem frühen Verlust ist es wichtig, einen Abschied erleben zu dürfen oder ihn später in Form eines Rituals nachzuholen.
Hierbei kann diese *Muschel*-Seite behilflich sein:
*Abschied nach den sog. ""frühen" Fehlgeburten*" (= kleinen Geburten) - Tipps, Rituale

Wenn unsere Kinder so früh zu den Sternen gehen, gibt es oft kein Grab.
Aber wir können uns Erinnerungsplätze zu Hause schaffen, in der Wohnung oder im Garten.
Auf Katrins Vorschlag hin möchte ich - analog zur "Grabsteinsammlung" - eure Plätze "sammeln", die ihr für eure Sternenkinder gestaltet habt, wenn ihr kein Grab habt.
Bitte schickt mir eure Fotos und Erklärungen per E-Mail an conni@muschel.net.

Wer mir seinen persönlichen Erfahrungsbericht für die Seite Erfahrungen (Erfahrungsberichte 1 und Erfahrungsberichte 2) zur Verfügung stellen möchte, kann sich ebenfalls gerne per E-Mail bei mir melden.

Ich - und mit mir viele Eltern von kleinen und kleinsten Sternenkindern aus dem *Muschel*-Forum - wünsche mir verschiedene Dinge.

  • Mir liegt am Herzen, dass wir unsere Kinder nicht "Fehlgeburt" nennen müssen.
  • Ich möchte, dass wir von "kleinen Geburten" sprechen dürfen.
  • Ich möchte, dass wir uns von unseren Babys verabschieden und sie bestatten dürfen.
  • Ich wünsche mir, dass wir Zeit bekommen, uns zu entscheiden, ob wir eine Ausschabung jetzt sofort, später oder gar nicht haben möchten.


All dies werde ich auf diesen Seiten erklären.   

Was mir noch wichtig ist:

Wie können Frauen während und nach frühen Verlusten besser betreut werden?
Was kann man in den Krankenhäusern und bei den Ärzten verbessern?

Welche Möglichkeiten gibt es, unseren ganz kleinen Sternenkindern mehr Platz zu schaffen?

Ich freue mich auf eure Mitarbeit, gerne im *Muschel*-Forum oder per E-Mail an mich: conni@muschel.net.   

Liebe Grüße "aus" der Nordsee von Conni

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Ich wünsche mir, dass wir Zeit bekommen, uns zu entscheiden, ob wir eine Ausschabung jetzt sofort, später oder gar nicht haben möchten.

Kann man auf eine Ausschabung verzichten?

Ich wurde bei unseren drei Verlusten jedes Mal ausgeschabt, ich kann also leider nichts aus eigener Erfahrung berichten.
Meine Ausschabungen haben mich zum Teil sehr überrumpelt, ich habe mich übergangen gefühlt.

Daher ist es mir ein großes Anliegen, dass jede Frau die Möglichkeit bekommt, sich für oder gegen eine Ausschabung zu entscheiden.
Selbst wenn eine Ausschabung aus medizinischen Gründen erforderlich sein sollte, muss jede Frau einfach die Chance bekommen, wenigstens ein paar Tage abzuwarten und Abschied zu nehmen.

Es geht mir nicht darum, die Ausschabung bzw. Frauen, die sich dazu entscheiden, zu verurteilen.

Es geht mir darum, dass jede Frau Zeit bekommt, Abschied zu nehmen, dass sie weiß, dass ein totes Kind im Bauch nicht "schadet" oder gar "gefährlich" ist.
Der Druck, den mir der Arzt beim Verlust von *Sternchen* gemacht hat, hat nämlich dazu geführt, dass ich genau das lange Zeit befürchtete.
Und sehr vielen Frauen, die ich in den letzten Jahren betreut habe, ging und geht es ähnlich.

Ich möchte, dass jede Frau weiß, dass eine Ausschabung jetzt sofort, später oder vielleicht gar nicht sein kann/muss.

Ich möchte, dass Ärzte nicht mehr sagen:
"Das Kind ist tot, wir müssen sofort (!!!) ausschaben!!!"

Ich möchte erreichen, dass Ärzte sagen:
"Das Baby ist leider tot.
Wir haben nun mehrere Möglichkeiten.
~ Sie können mit ihrem Partner nach Hause gehen, mit ihm sprechen, ein Abschiedsritual für das Baby durchführen.
~ Sie können morgen zur Ausschabung kommen.
~ Sie können nächste Woche zur Ausschabung kommen.
Sie können abwarten, Ihnen wird nichts passieren.
Bitte achten Sie nur auf folgende Dinge: ..."


Ich möchte erreichen, dass Frauen selbst über ihren Körper bestimmen können und in dem Tempo Abschied nehmen, das für sie selbst gut ist.

Und wenn der für eine Frau richtige Weg die sofortige Ausschabung ist, ist das völlig richtig, genau so, wie wenn eine andere Frau mehrere Wochen wartet.

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Ein wichtiger Hinweis vorab:
Ich bin keine Medizinerin, d.h., alle Hinweise sind lediglich als meine Meinung und die Meinung verschiedener betroffener Eltern aus dem *Muschel*-Forum zu verstehen.

Bitte wendet euch unbedingt an Arzt, Ärztin, Hebamme eures Vertrauens!

Und:
Ich möchte keinesfalls so verstanden werden, dass ich einseitig "gegen" eine Ausschabung wäre.
Ich bin für ausführliche Informationen im Vorfeld und dafür, dass jede Frau Zeit bekommt, selbst zu entscheiden, wie sie vorgehen möchte.
Außerdem sollte jeder Abschied medizinisch und menschlich "gut" begleitet werden.

Liebe Grüße von Conni

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Contra Ausschabung (Risiken der Ausschabung, Vorteile des natürlichen Verlaufs):

- Eine Ausschabung ist eine OP (wenn auch mit sehr leichter Narkose, da sehr kurz)
- Infektions- und Verletzungsgefahren, da blind durchgeführt.
- Auch eine Ausschabung gibt keine Garantie, dass dann "alles erledigt" ist.
- Es scheint immer wieder vorzukommen, dass eine zweite Ausschabung folgt.

- Ausschabung (gerade eine sehr schnelle) bevormundet die betroffenen Eltern.
- Abschied und Beerdigung sind bei Verzicht "selbstbestimmt" und im eigenen Tempo möglich.
- zu schnelle Ausschabung wirkt sich traumatisierend aus.

Ängste werden (gerade bei schneller Ausschabung) geweckt, die i.d.R. nicht ausgesprochen werden:
- dass das Baby den Körper innerlich vergiftet,
- dass die Gebärmutter Schaden nimmt
- dass man nie mehr schwanger werden kann

- Ein persönlicherer/intensiverer Kontakt zum Arzt bzw. zur Hebamme
bedeutet auch eine bessere Trauerbegleitung
und damit eine bessere Verarbeitung des Verlustes.


Pro Ausschabung:

- weitgehend schmerzlos
- die OP ist unter Kontrolle

Die natürliche Fehlgeburt kann
- sehr schmerzhaft sein,
- noch auf sich warten lassen (psychische Belastung),
- zu starken Blutungen führen,
- evtl. eine Not-OP nach sich ziehen
- und eine AS könnte immer noch notwendig sein (in 10 - 20 % der Fälle).

- Es kann eine Hilfe sein, wenn man nicht mehr lange auf den Abschied warten muss ("Schlussstrich ziehen").

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Fragebogen - Frühe Verluste: Operativer Eingriff (oE) oder kleine Geburt (kG)

Die Fragebogen-Aktion ist beendet.
SimoneLI hatte - mit Hilfe von vielen verschiedenen betroffenen Frauen - einen Fragebogen zusammengestellt, den sie mittlerweile ausgewertet hat.    
Der Link zu Simones Auswertung befindet sich in der *Muschel*-Linksammlung.


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letzte Aktualisierung dieser Seite: 2008-05-29

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© Constanze Tofahrn-Lange, Wangerooge
2004 - 2008