Immunologie

Mit Hilfe von anderen betroffenen Müttern habe ich einige Informationen zum Thema Immunologie (u.a. auch Immuntherapie) zusammengetragen.

Immunologische Ursachen
Immunologische Untersuchung
aktive Immunisierung
passive Immunisierung
Adressen und Links zur Immunologie

Für die Richtigkeit der medizinischen Angaben kann ich natürlich keine Gewähr übernehmen :-).

Immunologische Ursachen


Bei den Informationen der Liste für Untersuchungen steht bereits, dass auch immunologische Ursachen Grund für (gehäufte) Fehlgeburten sein können.

Wenn andere Ursachen für die Fehlgeburten ausgeschlossen werden können, ist es daher sinnvoll, auch die immunlogische Seite abzuklären.
Da genetische Ursachen häufiger vorkommen, sollten diese als erstes ausgeschlossen werden.

Hinweis:
Gemeint ist hier nicht die Autoimmunologie!


Unser Immunsystem erkennt die väterlichen Anteile des Kindes (Eiweiße) als "fremd" und versucht, sie abzuwehren (wie es z.B. von den Organtransplantationen bekannt ist).
Es kann kein ausreichender Immunschutz für das Kind aufgebaut werden, dadurch kommt es zur Abstoßung.
So können selbst recht späte Fehlgeburten auf ein immunologisches Problem zurückzuführen sein.
Mit dem Schwangerwerden hat ein immunologisches Problem nichts zu tun.

Die Abwehrreaktion des mütterlichen Immunsystems wird durch eine Immunisierung verhindert.

Immunologische Untersuchung


Bei einer immunologischen Untersuchung findet zunächst in einem speziellen Labor ein Vorgespräch statt.
Dann wird vom Frauenarzt zu Hause Blut abgenommen, und zwar beiden Partnern.
Das Blut wird an spezielle Labors versandt (z.B. HLA-Labor Kiel) und dort untersucht.
Am Blut kann festgestellt werden, ob sich bestimmte Erbgutinformationen bzw. Eigenschaften auf den roten Blutkörperchen zu ähnlich sind.

Das Ergebnis der Bluttests liegt oft bereits schon nach etwa 10 Tagen vor.
Wenn ein immunologisches Problem besteht, kann immunisiert werden.
Hier unterscheidet man zwischen aktiver und passiver Immunisierung.

aktive Immunisierung


Die aktive Immunisierung findet vor Eintritt einer weiteren Schwangerschaft statt.

Kurzer Erfahrungsbericht einer aktiven Immunisierung:

"Die Immunisierung dauert in Stuttgart etwa sechs Wochen:
Wir fuhren vier Mal nach Stuttgart (einmal wöchentlich).
Mein Mann bekam Blut abgenommen, daraus wurden die Lymphozyten isoliert und diese bekam ich dann in den Unterarm gespritzt ( = aktive Immunisierung).
Danach gab es an diesen Stellen eine Reaktion: wie Bienenstiche, rote Hubbel, die juckten. Aber das kann man gut aushalten.
Zwei Wochen nach der letzten Immunisierung wurde getestet, ob die Immunisierung Erfolg hatte. Das Ergebnis kann man schon nach zwei Tagen telefonisch erfragen.
Falls die Immunisierung in den ersten vier Anläufen nicht erfolgreich war, wird noch zwei Mal "nachimmunisiert" und dann wieder getestet.
Bei mir war das auch nötig,
aber dann endlich hatte mein Immunsystem gelernt, mit den Anteilen meines Mannes umzugehen und wir konnten die Verhütungsmittel weg lassen.
Ich wurde schwanger, da wurde dann gleich in der 5. SSW nochmal kontrolliert, ob mein Immunsystem auch den nötigen Schutz aufbaut (die Kontrolle lief immer über Bluttests).

Nach einer erfolgreichen aktiven Immunisierung hält der Immunschutz etwa ein Jahr. Man sollte möglichst innerhalb von sechs Monaten schwanger werden, damit die ersten Schwangerschaftsmonate noch voll geschützt sind."


Wenn die aktive Immunisierung nicht anschlägt, geht man oft auch zu einer passiven Immunisierung über.

passive Immunisierung


Die passive Immunisierung findet während einer Folgeschwangerschaft statt.

Man bekommt immer wieder Infusionen, die das Kind immunologisch schützen.

In manchen Kliniken wird von vorneherein passiv immunisiert und es gibt ebenfalls gute Erfolge.

Erfahrungsbericht einer passiven Immunisierung:

"Ich hatte drei frühe Fehlgeburten, und bei mir hatte die aktive Immunisierung nicht geklappt.
Die zweite Immunisierung hatte mein Arzt damals gleich gelassen, wegen der geringeren Chancen. Er sprach von einer 30%igen Chance, dass es dann klappen würde. Das ist aber sehr viel geringer als die Chancen der Infusionen, die er bei 85% - 90% bezifferte.
Ich habe die Immunoglobin-Infusionen bekommen.
Die Antikörper, die dein Körper nicht selbst gebildet hat, werden dir per Infusion gegeben.
Diese Infusionen werden ambulant gemacht. Ich bekam ein Rezept, ging in die Apotheke holte die Infusions-Lösungen, ging wieder zurück und bekam die Infusionen, was in etwa 1 1/2 Stunden dauerte. Weil ich die Embryos immer so früh abgestoßen hatte wollte der Arzt kein Risiko eingehen und verordnete mir die Infusionen alle drei Wochen, üblicherweise gibt man sie alle vier Wochen. Nach den ersten fünf Monaten ist dann Schluss.
Immunologische Gründe spielen dann wohl keine Rolle mehr. Einige Ärzte geben die Infusionen aber auch nur in den ersten drei Monaten.
Mein Arzt war in einer Klinik, die müssen nicht so auf ihr Budget achten.
Eine Infusion kostet wohl 1500 oder 2000 Mark.
Von dieser Krankschreiberei - und dem "Schonen" - halte ich persönlich gar nichts. Ich habe die ganze Zeit , bis vergangenen Mittwoch gearbeitet. Für mich war gerade das wichtig. So hatte ich wenigstens während der Arbeit Ablenkung.
Wenn die Infusionen anschlagen, was ja meistens der Fall ist, ist das schließlich eine ganz normale Schwangerschaft. (Wenn man mal von dem psychischen Zustand unsereins absieht). Gelbkörperhormone habe ich übrigens, sicherheitshalber, auch in den ersten drei Monaten bekommen.
Ich habe die erste Infusion bekommen zwei Tage nachdem ich die Schwangerschaft mit Hilfe eines Testes festgestellt hatte und der Arzt das Ergebnis durch Blutabnahme bestätigt hatte, also kurz nach dem die Regel ausgeblieben war.
Das Feststellen der Schwangerschaft und der Beginn der Behandlung ist sicherlich die heikelste Phase. Da ist eine erfolgreiche aktive Immunisierung besser. Denn dann hast du die bewussten Antikörper ja schon vor der Schwangerschaft.
Den genauen Namen erinnere ich nicht mehr, außer Immunoglobin-Infusionen.
Aber die Kliniken in Kiel, Hannover und Göttingen wissen das sicherlich."


Adressen und Links zur Immunologie


verschiedene uns bekannte Anlaufstellen (für die aktive bzw. passive Immunisierung)

Deutsche Gesellschaft für Immunologie (DGfI)
http://www.immunologie.de/
mit Links zu immunologischen Einrichtungen

Institut für Immunologie
im Universitätsklinikum Schleswig Holstein, Campus Kiel

http://www.uni-kiel.de/immunologie/
Direktor: Prof. Dr. med. Dietrich Kabelitz (office@immunologie.uni-kiel.de)
Michaelisstraße 5, D-24105 Kiel
Tel. 0431 597-3341, Fax 0431 597-3335
E-Mail: hla-sekretariat@immunologie.uni-kiel.de
Probeneinsendung:
Institut für Immunologie, HLA-Labor, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein - Campus Kiel -, Postfach 7054, D-24170 Kiel
Tel. 0431 597-3344, Fax 0431 597-1926

Passive Immunisierung
"Die Immuntherapie kann auch in Rüsselsheim bei Frankfurt (Opelstadt) durchgeführt werden. Der Chefarzt Gyn Prof. Dr. Heilmann ist auf Immuntherapie spezialisiert. Er gibt die Immuntherapie nach den diversen Voruntersuchungen während der gesamten Schwangerschaft alle vier Wochen je drei Tage stationär an seiner Klinik und macht da auch die ganzen gynäkologischen Untersuchungen zur Vorsorge."
GPR Gesundheits- und Pflegezentrum Rüsselsheim gGmbH
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Abklärungssprechstunde bei Schwangerschaftskomplikationen
http://www.stadtkrankenhaus-ruesselsheim.de/
Chefarzt: Prof. Dr. med. Lothar Heilmann
August-Bebel-Str. 59, 65428 Rüsselsheim
Tel. 06142 88-1316, Fax 06142 88-1223
E-Mail: Fa-gynaekologie@GP-Ruesselsheim.de
 

Ärztin in Stuttgart, die Immunisierungen durchführt:
Dr. med. Sylke Reichel-Fentz
Fachärztin für Transfusionsmedizin
Max-Lang-Straße 58, 70771 Leinfelden-Echterdingen
Tel. 0711 9033-109
Fax 0711 9033-148
E-Mail: kinderwunsch@synlab.de
http://www.immu-baby.de/


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letzte Aktualisierung dieser Seite: 2007-03-23

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© Constanze Tofahrn-Lange, Wangerooge
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